Ubuntu – früher und heute (1)

„Früher war alles besser!“
Dem stimme ich grundsätzlich nicht zu, aber in einigen Fällen trifft es doch zu (ich meine jetzt nicht die NS-Zeit :D).

Heute will ich mal Ubuntu zu einem schnellen oder vielleicht auch längerem Vergleich ranziehen.

Eine Randbemerkung, bevor es los geht:
Ich äußere hier meine persönliche Meinung und nicht die allgemeine Meinung!

Ich kann mich noch gut an mein erstes privates Linux (privat aufgrund dessen, da ich bereits SuSE in der Schule getestet hatte) erinnern:
Ubuntu in der Version 7.10!

Das waren noch Zeiten…

Es war glaube ich Dezember ’07 oder Januar ’08.

Ich hatte mich endlich durchgerungen, mir mal ein Linux zu brennen.
SuSE war mir zu überladen, was anderes musste also her.

Monate vergingen und ich habe keine Ahnung mehr, wie ich auf Ubuntu kam, aber ich habe es mir gezogen und gebrannt.
Und ich war einfach nur erstaunt.

Damals noch Windows-Verfechter, schossen mir Gedanken durch den Kopf wie So einfach soll Linux sein? und Das ist aber verdammt einfach!.

Dann folgte eine schnelle Auseinandersetzung mit meinen Eltern, dass ich es auf den PC installieren will.
Das ganze wurde mir nicht gewehrt.

Also musste eine andere Möglichkeit her.
Ich hatte mir vor kurzem einen neuen USB-Stick gekauft. 8 GB (oder um es mal zeitgemäß anzugeben: 0,008 TB. Das war damals noch viel!) fasste er.
Wollte ich natürlich aber erstmal nicht machen, wollte ihn ja nicht zerstören (ich war damals noch ein Null-Checker in diesem Bereich). Wollte es also erstmal auf meine bewährte Speicherkarte installieren mit 2 GB (0,002 TB) Speicherkapazität. Das ganze ging leider etwas schief. 2 GB waren zu wenig.
Also musste der Stick doch dran glauben.

Die Entscheidung viel mir recht schwer: ich war zwar fasziniert, aber trotzdem musste doch nicht gleich meine Hardware dran glauben, oder?

Naja, ich hab dann alles schön gesichert und alles 3 oder 4fach gecheckt, ob auch alles stimmt, damit nichts schief geht.

Und los ging es!
Auf „Installieren“ geklickt und dann gewartet und mich weiter mit dem damaligen Ubuntu auseinandergesetzt.
Damals noch ohne Internet, konnte ich keine Software nachinstallieren und musste mit dem gegebenen zufrieden sein.
Aber verdammt! Da war fucking viel dabei!

Hab also alles schön getestet. Ein wenig gespielt, ein wenig die soeben gesicherte Musik gehört und noch ein wenig rumgeschaut in den Einstellungen, was da alles ging.

Installation war fertig und PC außer Gefecht gesetzt.
Das war mir aber zu Beginn nicht bewusst.
Also ganz normal damit gearbeitet.

Am nächsten Tag mit in die Schule genommen und die folgenden Tage auch und nur damit rumgespielt.
Es war alles komplettes Neuland für mich und ich war einfach nur fasziniert.
Naja, am ersten Folgetag kam mein Vater auf mich zu, weil Windows nicht mehr starten wollte. Grub war nicht extern sondern intern gelandet. Beziehungsweise nur der Link, dir erforderlichen Dateien waren auf dem Stick. Das heißt: ich konnte nur noch im Verbund beider booten.
Schnell alles wieder gerichtet und weiter ging’s.

Damals kannte ich nur KDE und Gnome war neu für mich. Habe mich aber dank der einfachen Oberfläche sehr schnell damit angefreundet.
Ich hatte viel mit diesem Ubuntu durchgemacht.
Viel gelacht und auch um es geweint.

Gnome 2 war damals noch Standard. Es gab keine gespaltenen Usergruppen.
Alle waren sich einig, alle waren zufrieden.
Gnome war der Inbegriff von Ubuntu.
Wer KDE wollte, nahm Kubuntu, für XFCE gab es Xubuntu und für LXDE Lubuntu.

OpenOffice, damals noch unter Sun, war das Standard-Office. Firefox der Browser (damals der auch so ziemlich einzig bekannte), noch in Version 2.
Mit Rhythmbox hat man Musik gehört, Mails kamen per Evolution rein.
Alles war schön, ich sah alles durch eine rosarote Brille und war einfach nur glücklich. Ich war einfach portabel. War nicht gebunden. Es war einfach toll.

Doch das erste Leiden sollte folgen…

Ich war zu übermütig, habe zu viel getestet und musste dafür zahlen.
Ubuntu war kaputt, meine Freiheit und Flexibilität war mit ihm gegangen. Es ging nur noch Terminal und ein Fehler im System erlaubte es mir damals nicht, Software über einen Proxy zu laden, was damals meine einzige Möglichkeit war.
Also stand eine Neuinstallation an.

Gesagt, getan. Und zwar gleich in der Schule, weil ich es nicht mehr abwarten konnte.
Mir unterlief dabei jeder der gleiche Fehler wie zu Hause: Service MBR in der Schule war zerstört und man war sauer auf mich.
Doch es war mir egal, ich hatte meine Freiheit wieder! Und alles andere war mir egal.

Das erste Upgrade ließ dann auch nicht nicht mehr lange auf sich warten und das hatte ich mir auch echt schlimm vorgestellt. Ging aber alles gut, ich war wieder einmal glücklich.

Dann bekam ich meine erste externe Festplatte.
Also darauf fix installiert und der Stick wurde fortan vernachlässigt.
Alles lief flotter und flüssiger.

Dann kam das Jahr 2009. Ich sollte was neues. Und ich fand etwas: Gnome 3…

[Fortsetzung folgt]

2 Gedanken zu „Ubuntu – früher und heute (1)

  1. bloodywing

    🙂 bei mir lief es ähnlich, ich wollte auch mal so eine Art Artikel schreiben wie es mit meiner Linux Historie steht, meine ist noch etwas länger und hat viele Seitensprünge zu anderen Distributionen u.A. PCLinuxOS und Fedora. Mein erstes Ubuntu war 5.10.

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    1. Ditti Beitragsautor

      Erstmal schön, einen anderen Sachsen bei Pytal zu kennen. 😀

      Fedora hab ich auch öfters getestet, irgendein BSD hatte ich auch einmal. Aber dazu heute mehr. 😉

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