Raus aus der Schule, rein ins Studium – die Geschichte meiner letzten Monate

Hallo!
Jaja, lange nichts mehr geschrieben, blabla. Ich werde dieses Mal aber wirklich versuchen, das zu ändern, denn für mich begann ein neuer Lebensabschnitt. Die Schulzeit ist vorbei, das Studium ging schon los – und mit dem Studium kam ein komplett neues Umfeld, ohne alte Freunde. Ich werde in Zukunft wohl mal ein wenig darüber schreiben, wie diese Zeit für mich so ist, vielleicht hilft’s ja jemandem, der vor irgendwelchen Problemen steht.

Fangen wir einfach an: wie meine letzten Monate aussahen.

Ich will ehrlich sein – ich habe die letzten Monate nichts getan. Also wirklich gar nichts. Kein Ferienjob, nicht gereist, nur zuhause gehockt und mich online aufgehalten – ich bin eben immer noch ein Nerd. Aber ich denke, ich reise mal noch ein Stück weiter zurück. Vor fast genau einem Jahr habe ich mich bei meinem neuen Arbeitgeber („Hä? Was? Ich dachte, du studierst! Warum dann jetzt Arbeitgeber?“ – jaja, dazu komme ich gleich) beworben (ELCON Systemtechnik, falls es wer genau wissen will). Das geschah nicht wirklich freiwillig sondern auf Druck meiner Eltern hin. Die wollten mich nach der Schule nicht sinnlos zuhause rumsitzen lassen (verständlicherweise). Für mich stand da dann fest, dass ich einerseits studieren will, aber andererseits auch Geld verdienen will (Kapitalismus, Sie wissen schon) und während des Studiums arbeiten, in meiner Freizeit also, war mir zu blöd. Also kam für mich nur ein duales Studium in Frage.
Naja, noch ein wenig weiter zurück. ELCON habe ich mir, ehrlich gesagt, nicht wirklich irgendwo ausgesucht. Ein paar Wochen zuvor war so ein Berater vom Arbeitsamt bei uns in der Schule, der eben die Elftklässlern zum Thema „Was mache ich nach der Schule?“ beraten hat. An dieser Stelle empfehle ich euch wirklich, mal zu so einem Berater zu gehen. Wenn bei euch in der Schule niemand vorbei schaut, dann sucht das nächste Arbeitsamt auf, die können euch dort auch ganz sicher helfen. Seid euch aber vorher bewusst, in welche Richtung ihr gehen wollt, ansonsten seid ihr nämlich alle perfekt in der Hotelbranche aufgehoben, so sahen die Empfehlungen zumindest bei uns fast alle aus. Wie dem auch sei … Hab mich bei dem Berater dann für so eine Art Newsletter eingetragen, wenn man es denn so nennen will – er sollte mir eben Stellenangebote schicken, die zu meinem angestrebten nächsten Lebensabschnitt passen (also duales Studium, Westsachsen, Informatik). Wann der Brief nun genau kam, kann ich euch nicht sagen. Ich kann euch aber sagen, dass ich die Bewerbung an sich nach dem Brief noch lange hinausgezögert habe. Eure Eltern würden jetzt sagen „Mach bloß nicht den gleichen Fehler“, aber ich will ehrlich mit euch sein. Ich war im Herbst der allererste Bewerber, hatte im Februar mein Vorstellungsgespräch und da wurde mir gesagt, dass die Bewerbungsphase von ELCON eigentlich jetzt (also eben damals im Februar) losgeht, also lasst euch ruhig soviel Zeit, wie ihr für nötig haltet (nur eben nicht zu viel, irgendwann ist da auch eine Grenze erreicht).
Also am 22.10.2013 um 19:10 per E-Mail beworben. Kurzen Text getippt, was ich denn genau bei denen machen will (also warum nun Informatik und nichts anderes und warum genau bei denen), Lebenslauf und Zeugnis angehängt, noch fix per OpenPGP signiert (ist halt immer noch ein Job in der IT-Branche, da kann man auch mal zeigen, was man kann) und weggeschickt. Das war meine ganze Bewerbungsphase. Ich habe diese eine Bewerbung geschrieben und damit war das Thema für mich abgehakt. „Wird schon“. Und es sollte werden. Am 23.10.2013 kam die Antwort von wegen „jaja, Geduld. Auswahlverfahren geht im Februar/März los“. Okay. Ich habe Geduld bewahrt, habe ich ja schon monatelang vor der Bewerbung. Die nächste Mail kam am 07.02.2014 und hatte den Betreff „AW: Bewerbung um einen BA-Studienplatz- Einladung zu einem Vorstellungsgespräch“. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich mich gefreut habe. Falls nicht, dann stellt euch einfach vor, ich habe mich so sehr über diese Mail wie dieser Herr über das Wochenende gefreut. Sofort geantwortet, dass der Termin, der in der Mail vorgeschlagen wurde, klar geht. Waren ja eh Ferien, also kein Ding.
Im Februar dann also das Vorstellungsgespräch. Ich war pünktlich 15:00 da, nur die verehrten Damen und Herren der Firma nicht – die hatten sich etwas verspätet. Hat mich aber nicht groß gestört, ich hab ja sowieso reichlich Zeit mitgebracht. Also rein in ein leeres Zimmer und etwas über mich erzählt. Wer ich bin, was ich mit Informatik zu tun habe, wie ich auf die Firma gestoßen bin, woher ich die Motivation nehme, Software in meiner Freizeit zu schreiben – eben Standardfragen, wenn’s um eine Informatik-Ausbildung geht. In der Bewerbung hatte ich bereits geschrieben, dass ich seit einigen Jahren Erfahrungen mit Linux gesammelt habe. Auch das sollte mir zugunsten kommen. Am Ende hieß es dann, dass man sich so schnell wie möglich beraten und sich wieder melden wird, wenn dann eine Entscheidung gefallen ist.
An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich mich immer noch nur bei ELCON beworben hatte. Wäre das nichts geworden, wäre es verdammt eng geworden. Dann Funkstille, bis zum 23.02.2014 (okay, „Funkstelle“ war wohl etwas übertrieben, waren ja nur 4 Tage zwischen Gespräch und nächster Mail), als eine Mail mit dem Betreff „Vertragsabschluss“ bei mir ankam. Jetzt stellt euch meine Freude von vorhin mal drei vor. Mindestens. Hoch drölf. Für den 06.03.2014 dann also eine Freistellung bei der Schule beantragt, die auch prompt genehmigt wurde und zum Unterschreiben hingefahren. Firmenrundgang, fertig. Erleichterung machte sich breit. Ich war der erste in der Klasse, der über seine Zukunft so genau bescheid wusste. Ich war stolz auf mich und konnte mich wieder mehr auf die Schule konzentrieren (was bei mir heißt: überhaupt mal wieder auf Schule konzentrieren).
Prüfungszeit. Hatte ich mir eigentlich um einiges schlimmer vorgestellt, aber ich hab auch nicht wirklich viel gemacht. Ich hab mich auf dem Ausbildungsvertrag ganz schön krass ausgeruht. Das solltet ihr nicht tun, bleibt dran. Ist aber im Endeffekt nun auch egal, das Abi hab ich ja trotzdem.
Studienfahrt. Genießt die Zeit. Trinkt ordentlich, habt Spaß, seht es als Urlaub und vergesst mal alle Sorgen. Scheiß drauf, Lloret ist nur einmal im Jahr oder so.
Zeugnisausgabe und Abiball. Das vorerst letzte große Ereignis, das man zusammen mit seiner Klasse hat. Genießt auch das. Sagt den Leuten, was ihr ihn seit Jahren verschwiegen habt, ihr seht euch eventuell nicht mehr allzu bald wieder.
Dann noch an der Uni beworben. Also ein Formular ausgefüllt, Zeugnis beigelegt und abgeschickt. Fertisch.
Und dann … nichts. Das große Langweilen ging los. Von Juli bis Ende September habe ich meine Zeit damit verbracht, vom Bett Richtung Schreibtischstuhl und wieder zurück zu watscheln. Hat auch einen recht einfachen Grund: ich habe hier in Rochlitz kein soziales Umfeld. Dadurch, dass ich in einer anderen Stadt zur Schule gegangen bin, habe ich hier gar keinen Anschluss zu den Leuten. Entweder man gewöhnt sich daran oder man macht was dagegen. Ich entschied mich für „daran gewöhnen“.
Letzte Woche Freitag. Absolvententreffen. Nochmal viele Klassenkameraden wiedergesehen, war schon toll. Fotos angeschaut, Geschichten erzählt, kann man mal wieder machen.
Und dann kam das Studium. Ich hab mich vorher schon mit einer Freundin darüber unterhalten, wie das ganze mit dem Studium nun wohl sein mag. Sind ja schließlich ganz neue Leute. Wie verhalten die sich so, wie sind die so drauf? Sie hatten da ein wenig Angst, wenn man es denn so nennen darf, ich hab mir da weniger Gedanken gemacht. Irgendwie muss man da ja durch, kann man ja jetzt nicht mehr ändern.
Und der Mittwoch kam. Erster Tag des Studiums, wobei das alles nur Einleitungskrams war, nichts weltbewegendes. TI13 (Technische Informatik 2013) hat uns ein wenig über den Campus geführt, halt das ganze Vorgeplänkel. Heute, Donnerstag, dann die ersten Unterrichtsmodule. Ich muss sagen, dass ich mir das ganze nicht ganz sooo langweilig vorgestellt hatte, aber bisher ist das ja alles nur Theorie, die Praxis folgt ja dann auch mal noch und die wird sich wohl nicht ganz so zäh gestalten.
Übrigens kann ich mit meinen Kommilitonen unerwartet gut reden. Es gibt hier etwas ganz wichtiges zu beachten: die tragen sich aus dem exakt gleichen Grund wie ihr bei genau diesem Studiengang ein: die verstehen was von der Materie und wollen noch dazulernen. In meinem Fall heißt das: es sind auch Nerds. Wir haben uns heute über das BA-Netz unterhalten und Witze über WinRar gerissen. Nerds eben.

Also, das wichtigste, was ich euch so bisher mitgeben kann:
1. Lasst euch beraten
2. Lasst euch nicht von euren Eltern oder sonst wem verrückt machen, egal um was es geht
3. Bewerbt euch nicht erst eine Woche vor dem Studienbeginn, plant etwas Zeit ein
4. Genießt die Zeit mit euren Freunden
6. Ihr werdet im Studium neue Freunde finden, das sind genauso Menschen wie du und ich
7. Die neuen Freunde werden euch vielleicht sogar besser als die alten gefallen, weil sie eure Interessen teilen – die sind ja nicht grundlos im gleichen Studiengang wie ihr
8. In dieser Liste gibt es keinen Punkt 5

So. Das war jetzt etwas mehr Text als ursprünglich geplant. Es haben sich bestimmt einige Fehler eingeschlichen oder ich erzähle stellenweise einfach nur Müll. In dem Fall lasst doch bitte einen Kommentar da, damit ich Fehler und Müll korrigieren kann. Danke.
Und auch, falls euch das hier irgendwie geholfen hat, dürft ihr gern einen Kommentar dalassen, ich beiße nicht, auch wenn ich manchmal verdammt verfressen bin.

In diesem Sinne: schönes Wochenende.

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