Linux – Warum und warum nicht

Warnung: Der folgende Artikel befindet sich auf dem Geek-Level 3 (von 5). Dabei wird ein relativ großes Grundwissen vorausgesetzt, ich werde jedoch trotzdem versuchen, mich verständlich auszudrücken.

Hinweis: Kein Mensch kann komplett objektiv sein. So ist auch der folgende Artikel aus der subjektiven Sicht eines eingefleischten Linuxnutzers geschrieben. Dadurch sollte der Leser selbst versuchen, die Objektivität in diesem Artikel herauszufiltern.

So. Nach dieser ellenlangen Einleitung geht’s nun doch noch los.
Ich will hier kurz meine Gründe vorstellen, warum ich Linux nutze und dabei auch die Schattenseiten darstellen.

Hinweis: Der volle Name lautet GNU/Linux, da Linux nur den Kernel (Kernstück des Systems) beschreibt. Der Einfachheit halber werde ich aber in diesem Artikel immer von Linux sprechen.

Unnützes Geek-Wissen:
Der Kernel ist das Kernstück des Systems. Dieser lädt nicht nur bei Linux, sondern auch bei Windows, Unix, … die benötigten Dienste und Treiber für die Hardware.
Da ein Linux im heutigen Sinne jedoch nicht mehr nur noch ein Kernel ist (denn das bezeichnet Linux eigentlich nur), sondern auch viel Software mitbringt, sollte es als GNU/Linux bezeichnet werden. Der Einfachheit halber wird dies jedoch trotzdem nur Linux genannt (genauso wie es eigentlich ein URI und keine URL ist).

Nun, warum nutzen Leute, und zwar auch ganz normale Menschen Linux überhaupt? Das ist doch viel zu kompliziert für Leute, die nicht gern ohne Maus arbeiten.
Öhm, nö. Diese Zeit ist schon lange vorbei.
Oft stellt man sich unter Linux einen schwarzen Bildschirm mit grüner oder weißer Schrift vor. Doch inzwischen (seit ungefähr 15 Jahren) hat auch Linux eine grafische Oberfläche, die sehr leicht zu bedienen ist.
Natürlich stellt der schwarze Bildschirm noch einen wichtigen Teil dar (wenn zum Beispiel mal was schief geht, kann man es so repaieren), aber der normale Nutzer sieht davon nix, wenn er nicht zufällig Strg + Alt + F1 – 6/F8 – 12drückt.

Also, kommen wir mal zu einer kleinen Liste.

Linux läuft stabil
Das kann keiner bestreiten. Damit Linux abstürzt, muss man schon verdammt viel machen. Das ist ein Hauptgrund, warum auch viele Microsoft-Server unter Linux laufen.

Linux läuft schnell
Dazu kann ich nur sagen: Probiert es selbst aus. Mein PC ist mit Windows 7 nach 30 Sekunden beim Login, mein Linux in 5-7.

Linux ist frei
Und das gleich im doppelten Sinn:
1. Im Sinne von Freibier: Es kostet nichts. Alle Updates und Upgrades sind komplett kostenlos und rauben auch keine Bandbreite (werden nicht automatisch heruntergeladen), wenn man das nicht möchte.
2. Im Sinne von offen: Der Quellcode (das, was ein Programmierer schreibt und ein Programm für ihn dann in Maschinensprache übersetzt) ist für jeden da. Wenn etwas nicht gefällt, ändert man es.

Linux ist gut anpassbar
Das fängt schon bei der grafischen Oberfläche an. So stehen weit mehr als 10 verschiedene Desktops zur Verfügung, Windows bietet hingegen nur den einen Standard-Look.

Linux hat’s einfach drauf
Jetzt mal ehrlich: Das kann niemand abstreiten.
Beispiel: Mehrere Arbeitsflächen, zwischen denen man umschalten kann. Ist im Grunde das Gleiche, wie 2 – x Bildschirme zu haben und das auf einem.
Dann kann man Linux mit sich selbst wiederherstellen.

Linux-Software wird zentral verwaltet
Bei vielen Linux-Distributionen (oder simpel: Linux-Arten) gibt es eine Paketverwaltung. Über diese lassen sich tausende Anwendungen installieren, deinstallieren, aktualisieren und neu konfigurieren.

Linux ist nett
Klingt doof, ist aber so.
Bei der Installation von Ubuntu wird man zum Beispiel gefragt, ob man Ubuntu neben Windows oder über Windows installieren möchte (oder ob man auch etwas ganz eigenes festlegen möchte). Bei jedem PC-Start kann der Nutzer dann selbst entscheiden, was er starten möchte.
Dabei wird der Windows-Betrieb kein Bisschen beeinträchtigt und man kann so Linux ohne große Angst testen.

Und natürlich kann Linux noch viel mehr, nur mehr fällt mir gerade nicht ein.

Doch auch Nachteile gibt es.

Zu wenig Software verfügbar
Wird zwar immer wieder als Klischee genannt, hat aber auch seine Richtigkeit. Zu wenige Firmen sind bisher auf den Zug aufgesprungen.
Doch Rettung naht. So soll bald Steam für Linux kommen. Damit wäre Linux dann auch unter Zockern konkurrenzfähig.

Relativ (!) geringe Hardware-Unterstützung
Zumindest von Haus aus. Hab ich selbst schon festgestellt. Doch meist findet sich eine Lösung im Internet.
Und wenn Steam dann endlich fertig sein sollte, werden auch mehr Hardware-Hersteller auf den Zug aufspringen.

Soviel erstmal von mir.

Solltet ihr jetzt auf den Geschmack gekommen sein, schaut erst nach, ob all eure Lieblingssoftware verfügbar ist. Wenn nicht: es gibt viele Alternativen.

Hier noch eine kleine Liste mit bekannter Software, die es für Linux gibt:
-Opera
-Mozilla *
-Google *
-Dropbox
-Skype (altes Design, aber funktionell)
-ICQ
-Zattoo
-VLC Media Player
-Minecraft ( \o/ )

Und ein paar Top-Alternativen:
-Audacity zur Tonbearbeitung
-PiTiVi zur Videobearbeitung
-Wine, um Windows-Programme auszuführen
-LibreOffice als Office-Ersatz (simples Design)
-XBMC als Media-Center mit Fernateuerung via z.B. Handy, …

So, das sollte erstmal an Argumenten reichen.
Wer bis hierhin durchgehalten hat: Respekt!

Solltet ihr Fragen jeglicher Art haben, Anregungen oder -merkungen, etc., so schreibt einfach einen Kommentar.

Und mit meiner Lieblings-Linux-Distribution verabschiede ich mich direkt und hoffe, dass ich ein paar Linux-Nutzer werben konnte:
http://ubuntu.com

Adios!

2 Gedanken zu „Linux – Warum und warum nicht

  1. Ardalrian

    Für die, die mehr wollen und auf umfangreiche Skalierbarkeit – nicht nur in technischer Hinsicht – setzen und nach Individualität streben, kann ich Arch Linux und FreeBSD nur wärmstens empfehlen. :mrgreen:

    Dein Artikel stellt allerdings einen gute, grobe Beschreibung dar. Allerdings bin ich mehr für Spenden, als für Werbung, denn je mehr Popularität, desto mehr wird auf die Gemeinschaft geachtet, so wie es bei Ubuntu Linux der Fall ist. Dort streitet man bei jedem noch so kleinen Mist, quasi eine Analogie zu unseren bisherigen Monopolen. Meine beiden Favoriten sollen keine Ideologie verfolgen, sondern einfach nur stabil, sinnvoll, logisch, strukturiert und zweckmäßig sein.

    Ich könnte weiter ausführen, aber das würde den Rahmen deines Artikels sprengen. 🙄

    Antworten

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